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Die Geschichte der Niederbühler Feuerteufel 1993 e.V.

Hier kannst du nachlesen wie langsam aber sicher aus den Niederbühler Feuerteufeln das geworden ist, was wir heute sind.

  • Wie alles anfing
    Bereits viele Jahre vor der Gründung des Vereines engagierte sich eine Gruppe aus Niederbühl für das Faschingstreiben in Rastatt und Umgebung. Sie nahm mit großer Freude an den beiden Faschingsumzügen in Rastatt und Rauental teil. Jedes Jahr wurden hierfür neue Ideen gesammelt und in Kostüme und Accessoires umgesetzt. So traten sie zum Beispiel als Zwerge, Frösche und zuletzt als Schweine auf.

    Angeregt von vielen Neugründungen dieser Art in der näheren Umgebung, war es diese Gruppe auch, die im Jahre 1993 beschloss, in Niederbühl einen Verein zu gründen, der auf dem schwäbisch-alemannischen Fastnachtsbrauchtum basiert. Mit Niederbühls Vergangenheit als weitbekanntes Meerrettichdorf war auch rasch ein Hintergrund gefunden.

    Am 11.11.1993 gründeten 15 Frauen und Männer die Niederbühler Feuerteufel 1993 e.V.
  • Niederbühl und der Meerrettich
    Doch bevor es mit der Vereinsgeschichte weitergeht, zuerst einen Blick zurück in Niederbühls Vergangenheit.

    Lange Zeit war Niederbühl weit über die Grenzen Badens für seinen besonders würzigen Meerrettich bekannt. Man nimmt an, dass bereits zu Lebzeiten des badischen Markgrafen und berühmten Reichsfeldmarschalls Ludwig Wilhelm (1655 - 1707) Meerrettich in Niederbühl angepflanzt wurde.

    Geschichtlich belegt ist die Tatsache, dass ein Förcher Bauernsohn um 1780 den französischen Schloßgärtnern in Rastatt aushalf und von dort einen Meerrettich mit auf seinen elterlichen Hof brachte. Er pflanzte und pflegte den Meerrettich und bekam so bald einen lukrativen Nebenverdienst. Aufgrund des sandigen Bodens um Niederbühl gedieh der Meerrettich hier besonders gut. Dies merkten auch andere Niederbühler Bauern und pflanzten ebenfalls Meerrettich an. Dieser bekam bald einen sehr guten Ruf. Sogar auf Pariser Speisekarten war Niederbühler Meerrettich zu finden.

    Nachdem der Meerrettich jahrhundertelang der Niederbühler Bevölkerung ein sicheres Einkommen bescherte, nahm der Meerrettichanbau in den letzte Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts ab, bis er letztendlich völlig eingestellt wurde. Nicht alleine die Industrie, die viele Arbeitskräfte gerade aus den Dörfern abzog, sondern auch die arbeitsreiche Pflege der Meerrettichpflanzen trugen zu dieser Entwicklung bei.
  • Zurück zur Vereinsgeschichte - wie es weiterging
    Ein Teufel sollte die Figur des neu gegründeten Vereines sein, abgeleitet von der manchmal teuflischen Schärfe des Meerrettichs. Die Farben sollten rot und schwarz sein und eine Teufelsgeige wurde zum Teufelswerkzeug bestimmt. Sein Ruf: Meerretti Feiri.

    Also machten sich die Mitglieder auf die Suche nach geeigneten Stoffen, um ein Häs zu nähen. In tagelanger Heimarbeit entstand ein rot-schwarzes Flickenhäs, das mit ca. 450 flammenförmigen Stoffflicken benäht ist.

    Gerade pünktlich zu den Karnevalssitzungen der GroKaGe Niederbühl, wo die Feuerteufel ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten, wurden die Kostüme der Gründungsmitglieder fertig. Anfangs noch geschminkt und mit Langhaarperücke, präsentierte der Verein auf den beiden Sitzungen einen eigens dafür einstudierten Tanz.

    Ebenfalls noch ohne Maske, nahm der junge Verein an den Umzügen in Rastatt und Rauental teil.

    Kaum war die Kampagne 93/94 zu Ende gegangen, wurde schon nach einem geeigneten Schnitzer für die Teufelsmaske gesucht. Dieser wurde in Berthold Eble aus Nordrach auch gefunden.

    Die Anzahl der aktiven Vereinsmitglieder hatte sich mittlerweile verdoppelt, sodass nicht nur der Maskenschnitzer ins schwitzen kam. Es mussten schließlich auch die Anzüge (Häs) und die Teufelsgeigen der neuen Vereinsmitglieder gefertigt werden.

    Am 11.11.1994 war es dann soweit: Die erste Feuertaufe fand im Herzen Niederbühls, am Dorfbrunnen, statt. Dabei stellte sich erstmals der Niederbühler Feuerteufel mit Häs, Holzmaske und Teufelsgeige der Öffentlichkeit vor. Zur Vorstellung des Feuerteufels wurde eigens von Lothar Herrman ein Gedicht geschrieben, das die Herkunft und die Hintergründe des Vereines beschreibt.

    Die Feuertaufe sollte nur der Auftakt für die erste richtige Fasnachts-Kampagne sein. Auf vielen Umzügen und Brauchtumsabenden in der näheren Umgebung war der Feuerteufel ab sofort anzutreffen und am Faschingssonntag wurde ein närrischer Nachmittag im Niederbühler Pfarrsaal veranstaltet.

    So wuchs der Verein Jahr für Jahr und nahm an verschiedenen Veranstaltungen innerhalb und ausserhalb der Narrenzeit in ganz Baden-Württemberg teil. Auf Brauchtumsabenden präsentiert sich der Verein mit einem Tanz, der von der Jugend des Vereines einstudiert wird.
  • Der Meerrettich
    Auf der Feuertaufe am 11.11.1999 gab es einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte des Vereines: Der Meerrettich, die neue Einzelfigur, wurde vorgestellt.

    Die Maske das Meerrettichs ist eine Vollmaske aus Holz, die ca 7 - 8 kg schwer ist. Sie stammt, wie alle Masken des Vereines, vom Schnitzer Berthold Eble aus Nordrach. Sein Häs ist in Brauntönen gehalten. Auf dem Rücken der Jacke befindet sich der Nachdruck eines Bildes mit alten Niederbühler Bauwerken und dem Feuerteufel.

    Der Meerrettich soll die Herkunft des Feuerteufels als Sinnbild für die Schärfe des Meerrettichs verdeutlichen. Die Einzelfigur steht auch für das alte Niederbühl.

    Der Meerrettich läuft seither auf Umzügen den Feuerteufeln voran.
  • Das neue Vereinslogo
    Seit Mitte November 2001 hat der Verein nun ein neues Vereinslogo, das von der Firma Rössler in Hausach angefertigt wurde. Dieses Logo wird nach und nach auf allen Briefen, Bildern, T-Shirts und vielem mehr zu finden sein.
  • Der Wagen
    Gerade zur Kampagne 2001/2002 wurde unser lange geplanter Wagen fertig. Er ist einer Reibe mit einem trichterförmigen Aufsatz nachempfunden und soll an eine Meerrettichreibe erinnern. Aus diesem Grunde ist er auch in einem Braunton gehalten.
    Damit er nich allzu trist durch die bunte Fasnachtslandschaft fährt, wurde er mit unserem Logo, dem Schriftzug und dem Niederbühler Ortswappen verziert. In seinem Inneren befindet sich eine kleine Anlage und jede Menge Stauraum, der viel Proviant für die langen Umzüge aufnehmen kann.

    Zur Kampagne 2002/2003 mussten wir dem Wagen nochmals mit etwas Lack und Farbe zu Leibe rücken, weil der Anstrich durch Frost und Kälte nicht wirklich gut auf dem Wagen gehalten hat.

    Zur Kampagne 2003/2004 haben wir auch noch das Innere des Wagens, die Anlage, etwas auf Vordermann gebracht, so dass wir mit neuem Klang ab dem 11.11.2003 wieder durchstarten können.
  • 11 Jahre Feuerteufel mit Jubiläumsumzug durch Niederbühl
    In der Kampagne 2004/2025 durften wir dann unser 11-jähriges Bestehen feiern.
    Unseren Geburtstag haben wir natürlich gleich am 11.11.2004 mit unserer Feuertaufe gefeiert.
    Aber das war nur der Startschuss in die Jubiläumskampagne, die am 15.01.2005 mit unserem ersten eigenen Jubiläumsumzug durch Niederbühl seinen Höhepunkt fand. Insgesamt 42 Gruppen aus nah und fern waren unserer Einladung zum Dämmerumzug durch die Straßen Niederbühls gefolgt. Ab 17:17 Uhr zog der Umzug vom Dorfplatz her kommend durch die Straßen Am Krebsbach, Grünewaldstraße, Hans-Thoma-Straße und Hildastraße in richtung Sporthalle.
    Im Anschluss an den Umzug hatten wir in die närrisch dekorierte Sporthalle in Niederbühl eingeladen, wo wir dank der Unterstützung unserer Mitglieder und Gäste ein närrisch, buntes Programm und abwechslungsreiche Bewirtung anbieten konnten.
    Festschrift 11 Jahre Feuerteufel
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